Am 11. Oktober wird ein neues Kunstwerk in der Konzilsgedächtniskirche vorgestellt werden. Über den Altar wird Katharina Heinrich ein Netz spannen. Genauer gesagt ist es kein Netz, sondern eine Art Gewebe, Kunststoffschnüre, die wie Kette und Schuss ineinander gearbeitet sind. Der Titel der Arbeit, Durchdringung, weist darauf hin, dass sich zwei Ebenen begegnen, eine horizontale und eine vertikale. Beide Ebenen sind etwas gegeneinander versetzt, die eine leicht aus der Mittelachse der anderen geschoben. Die Spannung von strenger Form und Unregelmäßigkeit wird nicht nur durch diese Abweichung erzeugt, sondern auch durch die lockere Führung der Schnüre. Sie sind nicht straff gezogen, sondern haben viel Spielraum.

Normalerweise bietet mir der Sommer die willkommene Gelegenheit, mehr nachzudenken. Auch heuer war es wieder so. Normalerweise habe ich ja eine Menge Dinge zu tun, die andere von mir erwarten. Aber nie-mand sagt mir, wie ich das tun soll. Letztendlich gibt es auch einen weiten Bereich, wo mir, um ehrlich zu sein, niemand sagt, was ich zu tun habe. Das ist natürlich wunderbar. Denn so kann ich selber die Ausrich-tung meines Tuns bestimmen.

Der Ruf nach dem Neuen ist allgegenwärtig. Ständig werden neue Dinge ersonnen, wird Neues angeboten. Neue Säfte, neue Autos, neue Computersysteme, neue Kühlschränke, neue Kommunikationsmittel, neue Ideen, neue Parteien. Niemand will altern. Der Körper wird einem ständigen Erneuerungsprozess unterworfen. Von den Zähnen bis zu den Zehen wird alles in einem fort auf Hochglanz gebracht. Neue Gelenke werden eingesetzt, die Gesichtshaut wird gestrafft, alle Welt läuft mit gefärbten Haaren herum. Für den kommenden Sommer wird mit Eindringlichkeit daran gearbeitet, eine passable Badefigur hinzukriegen.…

Wirbel machen,

das muss man heute scheint’s, wenn man beachtet werden will – getreu dem Slogan aus der Werbebranche: ‚Wer nicht auffällt, fällt durch!‘ Für Christen stellt sich die Frage: Wofür tun wir das überhaupt? Uns kann es nicht darum gehen, viel Wirbel um nichts zu machen – nur um aufzufallen, nur um bei der Stange zu halten, nur um attraktiv zu sein. Das Wirbeln an Pfingsten ist mehr als Schall und Rauch. Pfingsten ist untrennbar verbunden mit dem Wirken des Heiligen Geistes. Gottes Geist macht Wirbel, rüttelt wach und bewegt.

Die persönliche Beziehung macht's!

Im christlichen Glauben geht es primär nicht um Spiritualität, Transzendenz, Beziehung zum Überirdischen, Erfüllung von Geboten und Anerkennung einer höchsten Herrschaft Gottes, also um all das, was normalerweise mit Religion in Verbindung gebracht wird, sondern um eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus. Wo diese Beziehung gefunden wird, lebt und wächst der Glaube. Wo sie nicht gefunden wird, wandelt sich Glaube zu religiös motiviertem Denken und Handeln...