CHOR MUSICA VIVA WIEN

Uraufführung Lainzer Jubiläumsmesse 19.11.2017

Eine Missa Ordinarium zu komponieren heißt, sich des vermutlich meistvertonten Textes der Geistesgeschichte anzunehmen, sich mit Sätzen auseinanderzusetzen, über die schon tausende Komponisten von Machaut bis Frank Martin, von Beethoven bis Stravinsky grübelten; und ihr demutsvoller Nachfahre steht plötzlich vor den gleichen Problemen wie sie, vor jenen von prosodischen Fragen bis hin zur dramaturgischen Gestaltung. Ist das Agnus eine verzweifelte Hoffnung oder fröhlich-zuversichtlicher Optimismus? Benedictus ein inniges Gebet (Beethoven) oder triumphierender Einzug (Haydn, Nelsonmesse)? Kyrie: dramatischer Aufschrei oder pastorales Praeludium? Dieses abstrakte Textgebäude wird schon bei Bach eine heitere Spielwiese für absolut-musikalische Experimente, kontrapunktische Kunststücke wie Fugen und Doppelkanons; Mozart integriert instrumentale Formen wie Sonate und Rondeau in seine Vokalsätze, und einige der Romantiker verstecken ihre Symphonien (Bruckner) oder Opern (Gounod, Puccini) darin.
Was ist also dieses Textkonvolut, dieses seltsame Gemisch aus alten, längst toten Sprachen, das dies alles zulässt? Lyrik ist es nicht, keine Dichterworte, natürlich keine epische Form, Libretto fürs Theater freilich auch nicht – ist es eigentlich noch Literatur?
Allgemein und objektiv, wie kaum ein anderer, ist es der Text, mit dessen letztendlichem Inhalt vermutlich am meisten Menschen einverstanden sind, der ihre Spiritualität, ja die Spiritualität an sich, den Glauben im Allgemeinen ausdrückt:
die Ausrufung des Höchsten; Vision des ewigen Lebens; das Loben der Schöpfung und das Flehen um Vergebung, um Frieden - Eine Missa Ordinarium zu komponieren heißt: ein Versuch, Gefühle, Sehnsucht von Milliarden mit Musik zu bekleiden.

Akos Banlaky


Uraufführung Lainzer Jubiläumsmesse

Sonntag, 19 Nov. 2017 10:00

komponiert von Akos Banlaky für den CHOR MUSICA VIVA WIEN
Ort: Konzilsgedächtniskirche; Pfarre Lainz-Speising, Kardinal-König-Platz 2, 1130 Wien

In der Gemeindemesse am 19. November 2017 bringt der Chor Musica Viva mit großem Orchester unter der Leitung von Jury Everhartz die eigens komponierte "Lainzer Jubiläumsmesse" von Akos Banlaky zur Aufführung.
Herzliche Einladung zum Mitfeiern!

zum Downloaden: /data/events/71.pdf


Choralschola unseres Chores

Papst Benedikt XVI. schrieb in seinem nachsynodalen apostolischen Schreiben über die Eucharistie vom 22. Februar 2007 zu Priesteranwärtern: „Man sollte nicht die Möglichkeit außer Acht lassen, dass auch die Gläubigen angeleitet werden, die allgemeinsten Gebete in Latein zu kennen und gewisse Teile der Liturgie im gregorianischen Stil zu singen.“
In der Pfarre Lainz-Speising hat sich daher eine Choralschola aus ambitionierten Sängerinnen und Sängern des CHORES MUSICA VIVA WIEN formiert, um sich mit dem Gregorianischen Choral auseinanderzusetzen.
Die Schönheit der ausdrucksvollen Melodien, die die liturgischen Texte auf so einzigartige Weise verdeutlichen, gibt den Kirchenbesuchern seither die Möglichkeit, sich durch diese älteste liturgische Kirchenmusik in der Beziehung zu Gott begleiten zu lassen.
Im Liturgiegesang legt die Schola besonderen Wert auf eine musikalische und ausdrucksstarke Interpretation nach den neuesten Forschungsergebnissen der Semiologie. Die Schola gestaltet ausgewählte Fest- und Sonntagsgottesdienste mit restituierten Gesängen des Propriums und Ordinariums.

Antanina Kalechyts

Jubiläumskonzert am 14. Oktober 2017



Aus Anlass unseres 20-jährigen Bestehens gaben wir mit viel Freude ein Konzert, das dank der Mithilfe vieler zu einem wunderschönen Fest geworden ist.
Wir danken allen Besuchern und Besucherinnen sowie denen, die uns ermutigen und regelmäßig unterstützen und fördern!