Wärmestube

Aktuelles

Am 3.Jänner 2020 hatten wir in der Wärmestube Besuch von einigen Journalisten. Bitte lesen Sie hier:

https://kurier.at/chronik/wien/obdachlosenhilfe-ei...


Artikel in der kathpress:


​Die Wärmestube 2019/2020 ist geöffnet

Seit 6. Dezember stehen wieder die Pforten unserer Wärmestube offen. Während der kalten Jahreszeit (bis Ende März) laden wir jeden Freitag von 10 bis 17 Uhr obdachlose und bedürftige Menschen in unser Pfarrcafé. Unsere Gäste erhalten ein großes Frühstück, ein warmes Mittagessen und am Nachmittag eine Jause, sie können sich aufwärmen, Zeitung lesen, am Laptop arbeiten, Karten spielen oder sich einfach nur ausruhen. Es ist bereits das zweite Mal, dass sich die Pfarre Lainz-Speising – gemeinsam mit 35 anderen Pfarren und Vereinen – an diesem Projekt der Caritas Wien beteiligt.


Im Vorjahr konnten wir knapp 900 Personen begrüßen, das waren im Durchschnitt 54 Gäste pro Tag. Zwei Drittel
unserer BesucherInnen waren Österreicher, die anderen kamen aus dem benachbarten Ausland wie Ungarn, Tschechien, Slowakei, Polen und Deutschland. Das Projekt wurde getragen von rund 35 HelferInnen, die sich die Arbeit in vier
Teams rund um Bernhard Mayer, Martha Kudlicska, Erna Nussbaumer und Christl Sommergruber aufteilten.
Praktisch alle Mitarbeiter machen auch heuer wieder mit. Mit dabei sind wieder Schüler und Schülerinnen der FAW13 Dominikanerinnen in Ober St. Veit, der HLTW Bergheidengasse und des Gymnasiums Wenzgasse, die zum Teil kochen, zum Teil die Gäste betreuen. Ansonsten übernehmen das Zubereiten der warmen Mahlzeiten wieder abwechselnd die Küchen des Kardinal König Hauses, des DonBosco Hauses, das Restaurant Wambacher sowie die Profiköche Gerhard Feige und Anna Liebhard. Christian Haschka erledigt den Großeinkauf. Die Bäckerei Schwarz spendet Krapfen und Kuchen, die Trafik beim Alten Pfarrhof Zeitungen.


Es ist generell unsere Erfahrung bei der Wärmestube: Viele Dinge, die wir brauchen, fliegen uns richtiggehend zu, seien
es Menschen, die sich engagieren wollen, Sachspenden oder Spenden finanzieller Art. Auch die Freude fliegt uns zu. Sie ergibt sich aus der Vernetzung der HelferInnen untereinander und dem Beziehungsgeflecht, das sich mit den Gästen
entwickelt hat.


Und dennoch: Diesmal hat unsere Wärmestube mit einer großen Trauer begonnen. Bernhard Mayer, einer unserer Teamleiter, ist nach schwerer Krankheit gestorben, am 13. Dezember haben wir ihn zu Grabe getragen. Als praktischer Arzt in Pension und Pfarrgemeinderatsmitglied hatte er umsichtig kranke und betagte Menschen im Blick. Bei der Wärmestube war er mit Enthusiasmus dabei und schaute praktisch jeden Freitag vorbei. Wir vermissen ihn sehr! Sein Freund Heinz Schuster hat nun dankenswerterweise seine Aufgabe übernommen.


Eva Maria Kaiser
Wenn auch Sie sich an der Wärmestube beteiligen wollen, melden Sie sich
einfach bei mir (0664/125 29 85) oder in der Pfarrkanzlei.

​​Das war die Wärmestube 2018/19

Diesen Winter hat sich die Pfarre Lainz-Speising erstmals an der Aktion „Wärmestube“ der Caritas Wien beteiligt. Vier Monate lang, von Dezember bis Ende März, haben wir jeden Freitag für obdachlose und bedürftige Menschen unser Pfarrcafé geöffnet, sie verköstigt und ihnen einen warmen Platz und ein offenes Ohr angeboten. Es war ein umfangreiches Projekt, mit dem wir unser 50-Jahr-Jubiläum „Beton in Bewegung“ weiterziehen und auf Menschen über die Konzilsgedächtniskirche hinaus öffnen wollten. Am Ende dieses Kraftakts können wir auf unzählige gute Momente zurückblicken und ganz froh gestimmt Bilanz ziehen.

Mittlerweile haben wir unsere Statistik ausgewertet, die Zahlen im Detail: Wir hatten an 16 Freitagen geöffnet und konnten insgesamt 868 Personen begrüßen, das sind im Durchschnitt 54 Gäste pro Tag. Zwei Drittel der BesucherInnen waren Österreicher, die anderen kamen aus dem benachbarten Ausland wie Ungarn, Tschechien, Slowakei, Polen und Deutschland. Obwohl praktisch doppelt so viele Menschen kamen, als ursprünglich angenommen, mussten wir nie wegen Überfüllung schließen. Die Gäste wurden am Vormittag mit einem ausführlichen Frühstück, Obst und Gemüse bewirtet, zu Mittag mit einer warmen Mahlzeit und am Nachmittag mit Kaffee und Kuchen.

Das Projekt war nur möglich durch den Einsatz dutzender HelferInnen, die sich wie von selbst gefunden haben. Vier Teams rund um Martha und Karl Kudlicska, Bernhard Mayer, Erna Nussbaumer und Christl Sommergruber haben jeweils einen Freitag im Monat bestritten. Mehrmals haben uns Schülerinnen der HLTW Bergheidengasse und der FAW13 Dominikanerinnen in Ober St. Veit unterstützt. Das Kochen konnten wir in professionelle Hände legen: Die Küchen des Kardinal König Hauses und des DonBosco Hauses, das Restaurant Wambacher und die Profiköche Gerhard Feige und Anna Liebhard haben abwechselnd das Mittagessen geliefert. Die Bäckerei Schwarz hat jede Woche Krapfen und Kuchen gespendet, die Trafik beim Alten Pfarrhof Zeitungen. Christian Haschka hat wöchentlich die unverderblichen Waren eingekauft. Krankenschwester Andrea Hambros hat vier Mal eine Gesundheitsberatung angeboten.

Besonders schön war es, dass das Projekt vom ganzen Dekanat mitgetragen wurde. Helferinnen aus den Pfarren Bossigasse, Namen Jesu und St. Hubertus waren regelmäßig dabei, die Pfarre Ober St. Veit hat den Kontakt zu
Lebensmittelspendern hergestellt, die Pfarre Unter St. Veit einen namhaften Geldbetrag gespendet. Wunderbarerweise haben sich gleich zu Beginn drei Großspenden eingestellt, dank derer das Projekt auf finanziell sicheren Beinen stand.

Das Schönste war aber die Atmosphäre in unserer Wärmestube. Unsere Gäste konnten nicht nur essen und trinken, sondern Zeitung lesen, Gesellschaftsspiele spielen, sich aussprechen oder einfach ihre Ruhe haben. Wir „HelferInnen“ haben vielleicht mehr von ihnen profitiert, als diese selbst. Die Gespräche mit den Menschen, die in großer materieller Bedürftigkeit leben, haben uns Einblick gegeben in eine Lebensrealität, die wir sonst nicht kennen. Und uns geholfen,
unsere Wohlstandssorgen in die richtige Dimension zurecht zu rücken. Bei der Frage nach der Sinnhaftigkeit all unseres Tuns konnten wir uns des Gefühls erfreuen, einmal auf der Seite des weniger Sinnlosen zu stehen.


Eva Maria Kaiser