Installationen

Katharina Heinrich

Im Zusammenhang des Kirchenraums mit seiner überaus strengen Ordnung stellt die Arbeit von Katharina Heinrich einen spielerischen Umgang mit dem durch die Architektur Vorgegebenem dar. Sie vollzieht das, was auch in jeder Feier geschieht: Wir stellen uns in eine Ordnung, wissen uns im Rahmen eines Gesetzes und gehen zugleich immer wieder über die Grenzen der Ordnung hinaus. Wir bilden als eine Gemeinschaft von Menschen ein horizontales Geflecht und erfahren, dass unsere Ebene von einer anderen durchdrungen wird. Wir erleben, wie jeder Punkt unseres Bereichs mit einem Mal aufbrechen kann in eine neue Welt, in neue Räume, wie an jedem Ort, in jeder Situation sich der Zugang zu einer ungeahnten Weite, Tiefe, Höhe eröffnen kann. Wir sind stets unmittelbar zu Gott. „Entdecken heißt nicht nach neuen Ländern suchen, sondern mit neuen Augen sehen.“ Diesen Satz von Marcel Proust habe ich kürzlich auf einen Baustellenzaun geschrieben gesehen. So ist es: Gott entdecken heißt nicht, neue, unbekannte Kontinente des Innenlebens oder von ständiger Sonne beschienene Glückszonen zu suchen, sondern das Gewöhnliche, Alltägliche, oft Beschwerliche und Belastende unseres Lebens hier und jetzt mit neuen Augen sehen. Vielleicht kann die Arbeit von Katharina Heinrich daran erinnern. (P. Gustav Schörghofer SJ)