Aschenkreuz-feier für Kinder Mi., 26 Feb. 15:45

Messe mit Aschenkreuz-auflegung Mi., 26 Feb. 18:30

Kinderkreuzweg Do., 27 Feb. 15:45

Exerzitien im Alltag Do., 27 Feb. 19:30

Wärmestube Fr., 28 Feb. 10:00

Kreuzweg Fr., 28 Feb. 18:30

Familienfasttag So., 1 März 10:00

Kinderkreuzweg Do., 5 März 15:45

Exerzitien im Alltag Do., 5 März 19:30

Wärmestube Fr., 6 März 10:00

Weltgebets-tag der Frauen Fr., 6 März 18:00

Kreuzweg Fr., 6 März 18:30

Kinderkreuzweg Do., 12 März 15:45

Exerzitien im Alltag Do., 12 März 19:30

Wärmestube Fr., 13 März 10:00

Kreuzweg Fr., 13 März 18:30

Kinderkreuzweg Do., 19 März 15:45

Nicht Wiederkehr, sondern Entgegenkommen

Die Schneeglöckchen blühen wieder. Auch die Schneerosen blühen. Und die kleinen gelben Primeln. Bald blühen auch die Leberblümchen und die Märzenbecher und die Narzissen. Es ist jedes Jahr das gleiche. Die Erde dreht sich immer gleich um die eigene Achse, sie umkreist immer gleich die Sonne. Die Milchstraße wirbelt immer gleich und die Bewegungen des ganzen Alls laufen nach immer gleichen Gesetzen ab. Es gibt nichts Neues. Alles ist schon gewesen und wird wieder sein, ein nie endender Kreislauf. Auch die Geschichte scheint in all ihrer Komplexität diesen Gesetzen zu gehorchen. Niedergang und Aufstieg der Kulturen, ein Kommen und Gehen der Völker. Die Vorstellung eines linearen Fortgangs, eines Fortschritts zum immer Besseren, scheint angesichts der herrschenden Verhältnisse nicht haltbar. Es ist ein Kreislauf des immer Gleichen.

Die Vorstellung der ewigen Wiederkehr des Gleichen hat für mich etwas Erschreckendes. Selbst wenn ich annehme, es wäre alles gut, wirkt sie lähmend. Niemals das Einbrechen des Unerhörten in unser Leben zu erfahren, niemals das Aufleuchten des Neuen, das völlig Überraschende Entgegenkommen des noch nie Geschauten zu erleben, sondern in einer Welt ohne Überraschungen, ohne Aufbrüche zu leben, das halte ich ganz und gar nicht für erstrebenswert. Ich sehne mich nach etwas anderem, das mir im Christentum begegnet. Der christliche Glaube weiß, dass wir in einer Endzeit leben, jetzt schon. Es wird nicht anders und es wird nicht besser. Wir leben an einer Schwelle, inmitten ungeheurer Kämpfe und sind immer in Gefahr. Es gibt keinen Fortschritt. Insofern ist die christliche Sicht von Geschichte der Vorstellung einer ewigen Wiederkehr des Gleichen verwandt. Doch gibt es im Christlichen noch etwas anderes. Eingetaucht in die Kämpfe dieser Endzeit erwarten wir das Entgegenkommen Gottes. Dieses Erwarten teilen die Christen mit den Juden. Die Christen glauben an ein bereits geschehenes Entgegenkommen Gottes in Jesus Christus. Doch auch sie warten auf das endgültige Entgegenkommen.

Nun geschieht dieses Entgegenkommen Gottes nicht nur im Großen eines Weltendes. Es geschieht auch im Kleinen alltäglicher Ereignisse. Es geschieht im Aufblühen der Pflanzen, im Herabsinken der Nacht und im Aufgang eines neuen Tags, es geschieht in allen Dingen dieser Welt, in allen Freuden und in allen Leiden. Es geschieht in einer Welt, die von der Zerstörung durch Menschen gezeichnet ist. Das Entgegenkommen Gottes ist die Offenbarung einer Liebe, die uns auch in den dunklen Stunden des Lebens trägt. Dieses Entgegenkommen entreißt uns der ewigen Wiederkehr des Gleichen. Die Erfahrung dieses Entgegenkommens macht alles neu, immer wieder einzigartig, wunderbar und erstaunlich.
Eine schöne Vorbereitungszeit auf Ostern hin! Gustav Schörghofer SJ

Ernsthaft

Beim Hören der Nachrichten beschleicht mich immer wieder ein merkwürdiges Gefühl. Es ist der Eindruck, dass hier etwas verschwiegen wird, nicht zum Ausdruck kommt, ja eigentlich gar nicht als nennenswert empfunden wird. Mir fehlt der Sinn für Ernsthaftigkeit. Denn was als Neuigkeit aus aller Welt geboten wird, ist eine Ansammlung von Frivolitäten. Grauenhaft anzuhören, wie das Morden und Töten im Irak und im Iran zum frivolen Spiel um Macht verkommt. Grauenhaft zu erleben, wie die frivolen Machtspiele europäischer Innenpolitik das Leiden und die Not ungezählter Flüchtlinge gar nicht in das Blickfeld kommen lassen. Grauenhaft ist auch der frivole Ästhetizismus einer europäischen Kultur, die sich in Selbstbespiegelung erschöpft.

Ernsthaftigkeit bedeutet keineswegs Mangel an Humor oder eine fehlende Fähigkeit zu lachen. Karl Valentin ist ernsthaft. Doch sein Ernst ist derart radikal, dass das Lachen unerlässlich ist. Er wäre sonst nicht zu ertragen, würde einen erdrücken. Das Lachen hebt den Ernst nicht auf. Es schenkt aber die zum Handeln nötige Freiheit.

Wenn ich etwas ernsthaft betreibe, muss ich mir über die Gründe meines Tuns im Klaren sein. Diese Gründe müssen außerhalb meiner eigenen Interessen liegen. Mein Tun muss von dem klaren Willen geleitet sein, dem Leben der Anderen zur Entfaltung zu verhelfen. Ernsthaftigkeit bedeutet, mich selbst und mein Gegenüber wahrzunehmen und anzuerkennen. Ernsthaftigkeit bedeutet, um das Wohl des Anderen bemüht zu sein und ist das Gegenteil jenes frivolen Spiels, in dem jeder vor allem anderen seinen eigenen Vorteil sucht. Ernsthaftigkeit ist daher für das Gelingen des Zusammenlebens der Menschen untereinander und für das Gelingen ihres Zusammenlebens mit den Lebewesen und allem Unbelebten dieser Welt unerlässlich.

Wer ist ernsthaft in der Literatur? Karl Valentin, Samuel Beckett, Thomas Bernhard, Friederike Mayröcker, Elfriede Jelinek. Wer ist ernsthaft in der Kunst? Mark Rothko, Barnett Newman, Agnes Martin, Maria Lassnig, Meina Schellander, Gabriele Rothemann, Helmut Federle. Wer ist ernsthaft in einer Pfarrgemeinde? Jene, die den Anderen wahrnehmen und mit Herz und Verstand für den Anderen da sind. Ernsthaftigkeit ist eine Angelegenheit der präzisen Wahrnehmung und eines Könnens, das gleichermaßen in Mitgefühl und Sachverstand verwurzelt ist. Die ernsthaften Menschen einer Pfarrgemeinde, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, werden sich nicht von Dank oder Anerkennung anderer abhängig machen. Was sie tun, tun sie, weil sie die Welt ernst nehmen. Darin gleicht das Tun ernsthafter Menschen dem Tun Gottes.

Ganz im Ernst wünsche ich Ihnen einen schönen Fasching. Gustav Schörghofer SJ

Schöne Aussichten

Die Erde wird ein heißer Boden. Es wird Kriege geben. Die Völker werden sich erbarmungslos bekämpfen. Auch dort, wo man bisher Geborgenheit fand, wird es mit aller Gemütlichkeit vorbei sein. Die Familien sind entzweit. Auf die Freunde ist auch kein Verlass mehr. Das steht alles schon in der Bibel. Doch auch heute setzen sich die Starken rücksichtslos gegen die Schwachen durch. Es bilden sich neue Gemeinschaften. Da gibt es jene, die auf der richtigen Seite sind und die anderen bekämpfen, die Ausbeuter der Umwelt und Befürworter von Tierversuchen, die Leugner von Genoziden und die Missbrauchstäter, überhaupt alle, die sich nicht bedingungslos der richtigen Überzeugung anschließen. Unmerklich gerät die gegenwärtige Gesellschaft wieder dorthin, wo frühere Gesellschaften bereits einmal waren. Es werden Glaubenswahrheiten und Überzeugungen aufgestellt, die unbedingt zu gelten haben. Wehe dem, der sich nicht unterwirft. Er wird dem Feuer übergeben. Im Internet lodern die Scheiterhaufen. Unsere Gesellschaft bewegt sich in einer Scheinwelt, die ihr von gerade Herrschenden aufgezwungen wird.

War es früher besser? Nein, es war nicht besser. Auch vor vierhundert Jahren haben sich die Menschen in einer Scheinwelt bewegt. Wehe dem, der nicht die herrschenden Glaubensvorstellungen teilte. Wehe dem, der es wie ein Friedrich Spee wagte, gegen den herrschenden Hexenwahn anzugehen. Dabei war doch alles christlich durchtränkt, eine vom Christentum geprägt Kultur. Doch die Haltung der christlichen Seefahrer und Eroberer hat sich kaum von der Haltung der Vertreter einer neoliberalen kapitalistischen Wirtschaftsordnung unterschieden. Es ging damals und es geht heute um den persönlichen Vorteil, um Reichtum für wenige und Ausbeutung vieler. Hat sich nichts geändert?

Können wir heute anders leben? Scheinbar ist alles beim Alten geblieben. Doch der Schein trügt. Denn es ist etwas anders geworden. Wir können heute die Täuschung überwinden und die Wirklichkeit entdecken. Die Wirklichkeit, das heißt: den konkreten Menschen, das konkrete Lebewesen, die tatsächlichen Dinge. In einer Zeit, in der ein die ganze Welt umfangendes Netz künstlicher Wirklichkeit immer mehr von der Aufmerksamkeit Besitz zu ergreifen scheint, kann ich mich dem mir konkret Begegnenden zuwenden. Das ist die Entscheidung eines und einer jeden Einzelnen. Die Welt ist neu zu entdecken. Was gibt es zu entdecken? Eine neue Schönheit, die mir in den Lebewesen und Dingen aufleuchtet, neue Möglichkeiten, die mir von anderen Menschen eröffnet werden. Alles das begegnet mir dort, wo ich nicht mich, sondern den Anderen suche. Auch Gott ist ein Anderer. Und der Gott Jesu Christi ist ein Gott der konkreten Wirklichkeit.
In diesem Sinn: mit Gott ins Neue Jahr. Gustav Schörghofer SJ

Bitte warten!

Das Warten ist aus der Mode gekommen. Alles soll schnell gehen. Und es geht auch schnell. Beziehungen werden eingegangen und schon wieder gelöst. Nachrichten rauschen vorüber. Ein Bild jagt das andere. Langsam reifende Einsichten sind durch rasch erworbene Eindrücke ersetzt worden. Ereignisse werden vorweggenommen, das Zukünftige wird permanent in die Gegenwart hineingesaugt, verbraucht und als Abfall verworfen. Den Dingen wird keine Zeit geschenkt, langsam anzukommen. Den Ereignissen wird nicht die Möglichkeit geboten, sich zu ereignen. Sie werden erledigt.
Weihnachten ist längst zu einem Fest verkommen, das nach gewohnten Mustern erledigt wird. Ein Glück, wenn nichts schiefgeht, wenn keine Malheurs passieren, die Sache einmal ohne Streit vorübergeht. Aber muss das so sein? Lässt sich nicht Weihnachten neu entdecken? Wir könnten es wieder einmal mit dem Warten versuchen. Wir könnten das Warten neu lernen. Vielleicht entdecken wir dann den Zauber des Lebens von neuem. Denn Leben heißt immer warten. So hat es ja begonnen, während dieser ersten neun Monate des Wachsens und der Vorbereitung.

Aber wie ist das Warten zu lernen? Im Alltag bieten sich viele Möglichkeiten. Es hat immer damit zu tun, dass etwas geschieht, das ich nicht von mir aus beschleunigen kann. Meine ganze Ungeduld wird nicht ausreichen, um die Straßenbahn zu beschleunigen, den alten Herrn vor mir zu einem zügigeren Tempo zu bewegen, die Begriffsstutzigkeit mancher Mitmenschen in höhere Formen des Auffassungsvermögens zu verwandeln. Warten wird vielfach in der Gestalt der Geduld gelebt. Geduld zu üben bedeutet, dem anderen die Zeit zu schenken, die er für seine Weise des Voranschreitens nötig hat. Ich kann auch eine Pflanze nicht aus dem Samen gewaltsam herausziehen. Sie entfaltet sich von selber, wenn ich die nötigen Bedingungen schaffe.

Das Warten schafft Bedingungen, die eine Entfaltung des Anderen, ein Entgegenkommen ermöglichen. Es ist daher keine passive Verhaltensweise, sondern kreatives Tun. Warten bedeutet, sich auf eine Ankunft vorzubereiten und dem Ankommenden Raum zu bieten. In diesem Sinn ist jedes Beten ein Warten. Jedes Hören oder Spielen von Musik ist ein Warten. Auch ein Gespräch kann diesen Charakter bekommen. Hören und Sprechen, Hören und Spielen ereignen sich in der Zeit und führen zu einer Entdeckung. Der Zusammenhang einer Musik wird wahrnehmbar, das Entwickeln von Gedanken oder die Vertiefung einer Beziehung wird im Gespräch erfahrbar. Es gibt sich etwas zu erkennen. So kommt mir immer wieder und immer neu etwas entgegen, das ich nicht von mir aus machen kann, das sich mir aber als ein Geschenk mitteilt. Warten bedeutet, sich für das Entgegenkommen des Geschenkten offen zu machen. Warten bedeutet, der Welt die Chance zu geben, mehr zu sein als bloß die Summe meiner Wünsche und Vorstellungen.

Einen schönen Advent! Gustav Schörghofer SJ

Die Schönheit des Novembers

Der November beginnt mit Tagen des Totengedächtnisses und endet mit dem Christkönigsfest. Das Dunkel nimmt zu. Nebel verhängen die hellen Stunden. Durch geöffnete Fenster dringt die kühle Feuchte des Nieselregens. Es ist ein trostloser Monat, der den Ungetrösteten keinen Trost zu schenken weiß und die Traurigen versinken lässt im Grau formlos verrinnender Stunden. Alles scheint in die Ferne zu rücken, sich zu entziehen, wie die Toten, wie die angekündigte Herrschaft eines Erlösers, der nicht und nicht kommt. Das Königtum Jesu Christi, eine Verheißung, die sich von uns zu entfernen scheint wie ein Zug in der Nacht. Es wird alles leer, alles so still.

Wenn ich hineinhöre in diese Leere, wenn ich die Stille bleiben lasse, sie behüte, pflege, dass sie mir nicht abhanden kommt, dann kann etwas geschehen. Dann zeigt sich etwas. Die Toten sind ja gar nicht mausetot, ganz im Gegenteil. Ihre Gegenwart gehört zum Kostbarsten, das mir gegeben ist. Die Toten tun mir nicht nur das Tor zur Vergangenheit auf in vielen Erinnerungen, sie eröffnen mir auch Zukunft. Ich denke dabei gar nicht an ein Wiedersehen im Jenseits, mag ja sein. Ich denke an etwas anderes. Sie stehen zwischen mir und dem unfassbaren Gott, diese Toten, ich lebe mit ihnen mein Leben auf Gott hin. Mit ihnen gehe ich ein in Gott. Was sie nicht mehr leben konnten, das lebe ich. Auf meine Weise, doch in mir leben die Toten auf Gott hin.

Auch der tote Jesus lebt in mir. Dieses Leben, das unterbrochen wurde, abgebrochen, abgeschnitten, abgewürgt, es wird in mir weitergelebt. Das Königtum Jesu Christi ist ein Königtum des Gescheiterten, des Erniedrigten und Verachteten. Es ist ein Königtum, das sich im Verborgenen zu erkennen gibt. Also ein Novemberkönigtum. Wer diesem König begegnen will, muss sich auf die Leere einlassen, darf sie in seinem Leben nicht verstellen. Vor jeder Begegnung mit dem Auferstandenen steht das leere Grab. Der November ist der Weg hinein in die Leere des Grabs. Aus Liebe zum Toten muss ich diesen Weg gehen. Dann kann mir im Nieselregen des Novembers aufgehen, dass er gar nicht tot ist, dass er in mir lebt und mir entgegenkommt. Das Entgegenkommen Gottes aus der Leere des Todes ist zu erfahren, wenn ich das begrenzte Leben Jesu Christi, seine Art in der Welt zu sein, die Welt zu sehen und mit ihr umzugehen, in mir bewahre und weiterlebe. Es ist ein begrenztes Leben, das mich immer wieder an den Rand des Todes führt. Doch wenn ich den Tod Jesu in meinem Leib trage, dann wird mir auch sein Leben zukommen. Es kommt mir entgegen. Das ist die Schönheit des Novembers, der Nebelwanderungen und des abnehmenden Lichtes, der dunklen Feuchte des Nieselregens und der unfassbaren Weite, die uns in all dem umfängt. Wir gehen ins Offene, ins Freie.

Einen schönen November! Gustav Schörghofer SJ