Wärmestube

​Wärmestube geschlossen


Corona-Virus:

Wärmestube ab sofort geschlossen



Liebe Freund*innen der Wärmestube,

  • da mittlerweile relativ viel über das Corona-Virus bzgl. Ansteckungsgefahr/Ausbreitung/gefährdete Personen/Schutzmaßnahmen bekannt ist,
  • da die empfohlenen hygienischen Erfordernisse oft nicht umsetzbar sind,
  • da unsere Wärmestube meist „gesteckt“ voll und ein Mindestabstandzwischen den Besuchern kaum möglich ist,
  • da die meisten Helfer*innen zur gefährdeten Personengruppe der 60/70/80 jährigen gehören, manche auch heikle Vorerkrankungen aufweisen und
  • da das teilweise ebenso auf unsere Gäste zutrifft,
halten wir es für notwendig, die Wärmestube ab sofort zu schließen und die Saison
vorzeitig zu beenden.



Das ist natürlich sehr schade, da es einen Unterschied macht, ob man einfach nicht ins
Theater geht oder ob man nicht weiß, wo man bei einer warmen Mahlzeit den Tag
verbringen kann. Aber im Sinne einer allgemeinen Prävention, deren
Notwendigkeit die Bundesregierung nicht müde wird zu betonen und die sich auch
im Blick auf die besorgniserregenden Zustände in Italien ergibt, ist das wohl
nur verantwortungsvoll.



Wir hoffen sehr, dass dieser Ausnahmezustand mit dem Zurückfahren des öffentlichen Lebens
und der sozialen Kontakte in einigen Wochen oder wenigen Monaten beendet werden
kann und dass wir spätestens im Herbst wieder durchstarten können.



Am wichtigsten aber ist, dass niemand zu Schaden kommt!



Eva Maria Kaiser

Aktuelles

Am 3.Jänner 2020 hatten wir in der Wärmestube Besuch von einigen Journalisten. Bitte lesen Sie hier:

https://kurier.at/chronik/wien/obdachlosenhilfe-ei...


Artikel in der kathpress:


​​Das war die Wärmestube 2018/19

Diesen Winter hat sich die Pfarre Lainz-Speising erstmals an der Aktion „Wärmestube“ der Caritas Wien beteiligt. Vier Monate lang, von Dezember bis Ende März, haben wir jeden Freitag für obdachlose und bedürftige Menschen unser Pfarrcafé geöffnet, sie verköstigt und ihnen einen warmen Platz und ein offenes Ohr angeboten. Es war ein umfangreiches Projekt, mit dem wir unser 50-Jahr-Jubiläum „Beton in Bewegung“ weiterziehen und auf Menschen über die Konzilsgedächtniskirche hinaus öffnen wollten. Am Ende dieses Kraftakts können wir auf unzählige gute Momente zurückblicken und ganz froh gestimmt Bilanz ziehen.

Mittlerweile haben wir unsere Statistik ausgewertet, die Zahlen im Detail: Wir hatten an 16 Freitagen geöffnet und konnten insgesamt 868 Personen begrüßen, das sind im Durchschnitt 54 Gäste pro Tag. Zwei Drittel der BesucherInnen waren Österreicher, die anderen kamen aus dem benachbarten Ausland wie Ungarn, Tschechien, Slowakei, Polen und Deutschland. Obwohl praktisch doppelt so viele Menschen kamen, als ursprünglich angenommen, mussten wir nie wegen Überfüllung schließen. Die Gäste wurden am Vormittag mit einem ausführlichen Frühstück, Obst und Gemüse bewirtet, zu Mittag mit einer warmen Mahlzeit und am Nachmittag mit Kaffee und Kuchen.

Das Projekt war nur möglich durch den Einsatz dutzender HelferInnen, die sich wie von selbst gefunden haben. Vier Teams rund um Martha und Karl Kudlicska, Bernhard Mayer, Erna Nussbaumer und Christl Sommergruber haben jeweils einen Freitag im Monat bestritten. Mehrmals haben uns Schülerinnen der HLTW Bergheidengasse und der FAW13 Dominikanerinnen in Ober St. Veit unterstützt. Das Kochen konnten wir in professionelle Hände legen: Die Küchen des Kardinal König Hauses und des DonBosco Hauses, das Restaurant Wambacher und die Profiköche Gerhard Feige und Anna Liebhard haben abwechselnd das Mittagessen geliefert. Die Bäckerei Schwarz hat jede Woche Krapfen und Kuchen gespendet, die Trafik beim Alten Pfarrhof Zeitungen. Christian Haschka hat wöchentlich die unverderblichen Waren eingekauft. Krankenschwester Andrea Hambros hat vier Mal eine Gesundheitsberatung angeboten.

Besonders schön war es, dass das Projekt vom ganzen Dekanat mitgetragen wurde. Helferinnen aus den Pfarren Bossigasse, Namen Jesu und St. Hubertus waren regelmäßig dabei, die Pfarre Ober St. Veit hat den Kontakt zu
Lebensmittelspendern hergestellt, die Pfarre Unter St. Veit einen namhaften Geldbetrag gespendet. Wunderbarerweise haben sich gleich zu Beginn drei Großspenden eingestellt, dank derer das Projekt auf finanziell sicheren Beinen stand.

Das Schönste war aber die Atmosphäre in unserer Wärmestube. Unsere Gäste konnten nicht nur essen und trinken, sondern Zeitung lesen, Gesellschaftsspiele spielen, sich aussprechen oder einfach ihre Ruhe haben. Wir „HelferInnen“ haben vielleicht mehr von ihnen profitiert, als diese selbst. Die Gespräche mit den Menschen, die in großer materieller Bedürftigkeit leben, haben uns Einblick gegeben in eine Lebensrealität, die wir sonst nicht kennen. Und uns geholfen,
unsere Wohlstandssorgen in die richtige Dimension zurecht zu rücken. Bei der Frage nach der Sinnhaftigkeit all unseres Tuns konnten wir uns des Gefühls erfreuen, einmal auf der Seite des weniger Sinnlosen zu stehen.


Eva Maria Kaiser