Wärmestube

Wärmestube im Neuen Jahr

Nach einer kurzen Pause starten wir mit unserer Wärmestube wieder am 8. Jänner und haben bis Ende März jeden Freitag von 10-13h und 13.30-16.30h offen.

Immer wieder werde ich gefragt, wie die Wärmestube in Zeiten des Lockdowns überhaupt möglich ist. Unser Resümee nach dem dreimaligen Öffnen im Dezember: Es klappt wunderbar, unser ganzes Tüfteln und Planen ist
aufgegangen! Wir werden nicht gestürmt, die Gäste schneien gemütlich herein.


Die Corona-bedingten Maßnahmen werden ohne Murren angenommen, alle sind daran gewöhnt, Mundschutz zu tragen und Abstand zu halten. Den Mehraufwand, den die Desinfektion und das Bedienen der Gäste mit sich bringen, können die Teams problemlos meistern. Die Aufteilung in eine Vormittags- und eine Nachmittagsgruppe hat sich bewährt. Wir sind nie ganz voll, aber gut gefüllt und das Lüften und Reinigen in der Pause erweist sich als sinnvoll. Die Atmosphäre ist wie schon in den Vorjahren amikal bis groovig, unser Barpianist schaut wieder vorbei und vor Weihnachten konnten wir üppige Geschenksackerl verteilen. Herzlichen Dank an die Pfarren Unter St. Veit und Bossigasse sowie
an unsere Pfarrjugend fürs Gestalten und Finanzieren!


Mein Eindruck ist: Nicht nur die Gäste freuen sich, dass sie willkommen sind, auch für die MitarbeiterInnen ist es schön, in der Wärmestube einen Hauch gewohntes Leben zu spüren. Man kann einander physisch treffen, sich austauschen und gemeinsam an etwas arbeiten. Wo gibt es das heute noch…


Hoffen wir, dass das im kommenden Jahr bald wieder für alle und in allen Lebensbereichen möglich sein wird!
Eva Maria Kaiser

Wärmestube trotz Lockdown

Obwohl aufgrund des Lockdowns das öffentliche Leben weitgehend zurückgefahren werden musste und auch pfarrliche Veranstaltungen nicht stattfinden können, werden wir auch heuer wieder unsere Wärmestube öffnen. Die Verordnung, die alle Veranstaltungen untersagt, gilt nicht für Angebote „zur Betreuung und Unterstützung hilfsbedürftiger Personen“. Die Erzdiözese Wien hält es gerade jetzt für wichtig, dass soziale Projekte nicht abgesagt werden.

Insgesamt beteiligen sich heuer trotz der Corona-Krise 26 Pfarren am Wärmestuben-Projekt der Caritas Wien.
Für uns heißt das konkret: Jeden Freitag von Anfang Dezember bis Ende März verköstigen wir bedürftige Menschen im Pfarrcafé und bieten ihnen einen gastlichen Aufenthalt. Corona zwingt uns aber zu einigen Einschränkungen:
MitarbeiterInnen und Gäste tragen ständig Mund-Nasen-Schutz. Es gibt kein Buffet, die Besucher werden am Tisch bedient, ihre Kontaktdaten müssen aufgenommen werden. Die Zahl der Gäste ist mit 30 Personen begrenzt, dafür wird
es eine gesonderte Vormittags- und Nachmittagsöffnung geben: 10.00h bis 13.00h und 13.30h bis 16.30h. Es wird regelmäßig gelüftet und desinfiziert. Um alle Sicherheits- und Hygienemaßnahmen zu besprechen, treffen wir einander am Freitag, 27. November 2020 um 18.00h im Pfarrcafé.


Auch diese Veranstaltung darf mit Mundschutz und Sicherheitsabstand abgehalten werden, da sie zur Vorbereitung unerlässlich ist. Trotz all dieser Einschränkungen halten wir es für wichtig, uns wieder an diesem Caritas-Projekt zu beteiligen. Gerade eine Pfarre wie Lainz-Speising, die in so vielen Bereichen aus dem Vollen schöpfen kann, sollte sich in
prekären Zeiten den Armen nicht verschließen, finden wir. Wenn Sie uns unterstützen wollen, entweder durch gelegentliche Mitarbeit oder durch Spenden, herzlich eingeladen!

Eva Maria Kaiser - 0664/125 29 85

​Liebe Wärmestuben-Mitstreiter und Mitstreiterinnen (gerade jetzt eine passende Anrede, da wir – nach Ingeborg Bachmann - im Streit mit soviel Übel stehen)!

Vielleicht habt Ihr Euch auch schon gefragt, ob es heuer unter den derzeitigen Corona-Bedingungen überhaupt eine Wärmestube geben kann. Ich selbst bin vorvergangene Woche entsprechend skeptisch zu einem Info-Abend der Caritas-Wien gepilgert und möchte Euch an den Überlegungen teilhaben lassen:

Die Caritas möchte die Wärmestube unbedingt durchführen und hat ein recht überzeugendes
Sicherheitskonzept vorgestellt, das sich an den Erfahrungen der Caritas-Notquartiere orientiert. Kurz zusammengefasst die wichtigsten Punkte:

1. Betreuer UND Gäste tragen ständig einen Mund-Nasen-Schutz (außer bei Nahrungsaufnahme) und halten mehr als einen Meter Abstand. Damit ist niemand von uns, im Fall des Falles, eine Kontaktperson ersten Grades und muss in Quarantäne
2. Die Gästezahl wird strikt begrenzt. Für uns könnte das so aussehen: Maximal 35 Personen in zwei Tranchen (die erste Gästegruppe von 10 bis 13.00 Uhr, dann müssen alle gehen, wir desinfizieren, lüften etc., dann die zweite Gästegruppe von 13.30 bis 16.30 Uhr). Wir werden mit Nummernzetteln unterschiedlicher Farbe und zugewiesenen Sitzplätzen
arbeiten
3. Auch die Teams sollten nicht zu groß sein, um den Abstand wahren zu können
4. Es gibt kein Buffet, die Gäste bekommen Essen, Getränke an den Tisch
5. Beim Empfang notieren WIR Namen und Kontaktdaten/Telefonnummer der Gäste, damit eine Kontaktverfolgung möglich ist
6. Masken, Handschuhe, Desinfektionsmittel erhalten wir von der Caritas
7. Da die Caritas – und damit auch die Wärmestube – zur „kritischen Infrastruktur“ zählt, bleiben wir bis Corona-Ampelstufe „orange“ geöffnet, erst bei „rot“ wird eine Schließung empfohlen

Seit diesem Info-Abend hat sich die Situation durch die 10-Personen-Obergrenze in Innenräumen nochmals geändert. Letzteres gilt jedoch für „geplante Zusammenkünfte zur Unterhaltung, Belustigung, körperlichen und geistigen
Ertüchtigung und Erbauung“ (tatsächlich tragen in erster Linie private Feiern und Partys ohne Abstandhalten zu den steigenden Fallzahlen bei). Die Wärmestube als soziales Projekt ist davon nicht betroffen. Laut Richtlinien der Erzdiözese
Wien, die mir die Caritas weiterleitete, sind „Hilfsangebote der Pfarrcaritas möglich und dringend notwendig“. Für entsprechende Sitzungen und Besprechungen gibt es keine Zahlenbeschränkung, aber selbstverständlich werden auch wir alle notwendigen Schutzmaßnahmen einhalten.
Bei allen angeführten Punkten höre ich schon mögliche Einwände über Praktikabilität und Durchführbarkeit und wir sollten alles gründlich diskutieren. Von einigen von Euch weiß ich schon, dass sie sich aufgrund von Krankheit, Alter etc. diesmal nicht beteiligen können. Das ist völlig verständlich und in Ordnung! Andere haben mich aber schon gefragt, ob wir’s nicht doch wieder wagen sollten. Ich möchte Euch daher herzlich einladen zu einem
Wärmestuben-Treffen am Donnerstag, 8.10. um 18.00 Uhr im
Pfarrcafé – bitte Mund-Nasen-Schutz mitnehmen!
Dort möchte ich die Caritas-Richtlinien zur Sicherheit ausführlich erklären und wir werden entscheiden, ob und in welchem Umfang wir uns beteiligen können. Wer keinen Gästekontakt möchte, möchte vielleicht anders mithelfen (nur kochen oder einkaufen). Vielleicht schaffen wir es auch nur ein-/zweimal pro Monat, was laut Caritas völlig ok ist. Unsere Gäste sind wohl für jede Beteiligung dankbar.
Bitte fühlt Euch alle zu unserem Treffen eingeladen, auch wenn Ihr schon entschieden habt, nicht mitzutun oder noch unschlüssig seid. Da ein geplantes Wärmestuben-Fest im Frühjahr diesem Corona-Dings zum Opfer gefallen ist, ist es immerhin eine Möglichkeit, zusammenzukommen und uns auszutauschen. Wir können dabei selbst gleich die Abstandsregeln und die praktische Durchführbarkeit ausprobieren.
Hätte ja nie gedacht, dass man sich einmal so nach Normalität sehnen würde…
Alles Liebe,
Eva

Liebe Wärmestuben-Freundinnen und Freunde!

Seit zwei Wochen plane ich schon, Euch einen Brief zu schreiben, er will sich aber nicht so recht in die Tasten klopfen lassen.
Unglaublich, wie sich das Leben von einem Tag auf den anderen verändert hat. Dabei hab ich das Gefühl, dass dieser ganze Corona-Wahnsinn, so irreal er sein mag, schon zur Normalität geworden ist. Sollte es tatsächlich einmal möglich gewesen sein, dass man einfach ins Kino gegangen ist, ins Theater, in Ausstellungen, Freunde
getroffen hat, einander umarmt, sich mit Küssen begrüßt? Das scheint unendlich lange her.


Und seltsam auch, wie unsere Wärmestube ist Nichts geglitten ist. Am 6. März hatten wir das letzte Mal geöffnete, dann haben wir uns schweren Herzens zum Aufhören entschlossen, danach haben sich die Ereignisse überschlagen. Aufgrund der Bestimmungen von Regierung und Erzdiözese Wien hätten wir ohnehin nicht weitermachen können. Eine Not-Wärmestube im Freien mit Essensausgabe, wie sie einige Pfarren weiterführen, war für mich und für uns nicht organisierbar.


Es scheint mir auch unendlich lange her, wie euphorisch wir diese Saison begonnen und – bis auf drei Mal - durchgezogen haben. Es sind immer mehr Gäste gekommen, rund ein Drittel mehr als im Vorjahr, dennoch war der Ansturm gut bewältigbar, die Teams wunderbar eingespielt; Heinz Schuster, der an die Stelle von Bernhard getreten ist, den wir schmerzlich vermissen. Die Atmosphäre in unseren Wärmestuben war noch amikaler als im Vorjahr. Das Buffet so appetitlich hergerichtet, die Tische so schön dekoriert, manchmal wurde Gitarre gespielt, oft auch Klavier, von erstaunlich begabten Gästen. Irgendwie elegant, wie wir das alle zusammen immer hinbekommen haben.


Ich denke, mit diesen Bildern können wir die Wärmestube für diesmal ausklingen lassen. Ein Abschlussfest wird es geben, ob noch vor dem Sommer oder erst im Herbst, sozusagen als Auftakt, müssen wir dem Lauf der Ereignisse überlassen. Ich wünsche uns allen, dass wir gut durch diese seltsamen Zeiten kommen, dass wir alle gesund bleiben, die Helfer und die Gäste, dass wir einander froh und dankbar wiedersehen, wenn das alles überstanden ist.

​Wärmestube geschlossen


Corona-Virus:

Wärmestube ab sofort geschlossen



Liebe Freund*innen der Wärmestube,

  • da mittlerweile relativ viel über das Corona-Virus bzgl. Ansteckungsgefahr/Ausbreitung/gefährdete Personen/Schutzmaßnahmen bekannt ist,
  • da die empfohlenen hygienischen Erfordernisse oft nicht umsetzbar sind,
  • da unsere Wärmestube meist „gesteckt“ voll und ein Mindestabstandzwischen den Besuchern kaum möglich ist,
  • da die meisten Helfer*innen zur gefährdeten Personengruppe der 60/70/80 jährigen gehören, manche auch heikle Vorerkrankungen aufweisen und
  • da das teilweise ebenso auf unsere Gäste zutrifft,
halten wir es für notwendig, die Wärmestube ab sofort zu schließen und die Saison
vorzeitig zu beenden.



Das ist natürlich sehr schade, da es einen Unterschied macht, ob man einfach nicht ins
Theater geht oder ob man nicht weiß, wo man bei einer warmen Mahlzeit den Tag
verbringen kann. Aber im Sinne einer allgemeinen Prävention, deren
Notwendigkeit die Bundesregierung nicht müde wird zu betonen und die sich auch
im Blick auf die besorgniserregenden Zustände in Italien ergibt, ist das wohl
nur verantwortungsvoll.



Wir hoffen sehr, dass dieser Ausnahmezustand mit dem Zurückfahren des öffentlichen Lebens
und der sozialen Kontakte in einigen Wochen oder wenigen Monaten beendet werden
kann und dass wir spätestens im Herbst wieder durchstarten können.



Am wichtigsten aber ist, dass niemand zu Schaden kommt!



Eva Maria Kaiser

Aktuelles

Am 3.Jänner 2020 hatten wir in der Wärmestube Besuch von einigen Journalisten. Bitte lesen Sie hier:

https://kurier.at/chronik/wien/obdachlosenhilfe-ei...


Artikel in der kathpress:


​​Das war die Wärmestube 2018/19

Diesen Winter hat sich die Pfarre Lainz-Speising erstmals an der Aktion „Wärmestube“ der Caritas Wien beteiligt. Vier Monate lang, von Dezember bis Ende März, haben wir jeden Freitag für obdachlose und bedürftige Menschen unser Pfarrcafé geöffnet, sie verköstigt und ihnen einen warmen Platz und ein offenes Ohr angeboten. Es war ein umfangreiches Projekt, mit dem wir unser 50-Jahr-Jubiläum „Beton in Bewegung“ weiterziehen und auf Menschen über die Konzilsgedächtniskirche hinaus öffnen wollten. Am Ende dieses Kraftakts können wir auf unzählige gute Momente zurückblicken und ganz froh gestimmt Bilanz ziehen.

Mittlerweile haben wir unsere Statistik ausgewertet, die Zahlen im Detail: Wir hatten an 16 Freitagen geöffnet und konnten insgesamt 868 Personen begrüßen, das sind im Durchschnitt 54 Gäste pro Tag. Zwei Drittel der BesucherInnen waren Österreicher, die anderen kamen aus dem benachbarten Ausland wie Ungarn, Tschechien, Slowakei, Polen und Deutschland. Obwohl praktisch doppelt so viele Menschen kamen, als ursprünglich angenommen, mussten wir nie wegen Überfüllung schließen. Die Gäste wurden am Vormittag mit einem ausführlichen Frühstück, Obst und Gemüse bewirtet, zu Mittag mit einer warmen Mahlzeit und am Nachmittag mit Kaffee und Kuchen.

Das Projekt war nur möglich durch den Einsatz dutzender HelferInnen, die sich wie von selbst gefunden haben. Vier Teams rund um Martha und Karl Kudlicska, Bernhard Mayer, Erna Nussbaumer und Christl Sommergruber haben jeweils einen Freitag im Monat bestritten. Mehrmals haben uns Schülerinnen der HLTW Bergheidengasse und der FAW13 Dominikanerinnen in Ober St. Veit unterstützt. Das Kochen konnten wir in professionelle Hände legen: Die Küchen des Kardinal König Hauses und des DonBosco Hauses, das Restaurant Wambacher und die Profiköche Gerhard Feige und Anna Liebhard haben abwechselnd das Mittagessen geliefert. Die Bäckerei Schwarz hat jede Woche Krapfen und Kuchen gespendet, die Trafik beim Alten Pfarrhof Zeitungen. Christian Haschka hat wöchentlich die unverderblichen Waren eingekauft. Krankenschwester Andrea Hambros hat vier Mal eine Gesundheitsberatung angeboten.

Besonders schön war es, dass das Projekt vom ganzen Dekanat mitgetragen wurde. Helferinnen aus den Pfarren Bossigasse, Namen Jesu und St. Hubertus waren regelmäßig dabei, die Pfarre Ober St. Veit hat den Kontakt zu
Lebensmittelspendern hergestellt, die Pfarre Unter St. Veit einen namhaften Geldbetrag gespendet. Wunderbarerweise haben sich gleich zu Beginn drei Großspenden eingestellt, dank derer das Projekt auf finanziell sicheren Beinen stand.

Das Schönste war aber die Atmosphäre in unserer Wärmestube. Unsere Gäste konnten nicht nur essen und trinken, sondern Zeitung lesen, Gesellschaftsspiele spielen, sich aussprechen oder einfach ihre Ruhe haben. Wir „HelferInnen“ haben vielleicht mehr von ihnen profitiert, als diese selbst. Die Gespräche mit den Menschen, die in großer materieller Bedürftigkeit leben, haben uns Einblick gegeben in eine Lebensrealität, die wir sonst nicht kennen. Und uns geholfen,
unsere Wohlstandssorgen in die richtige Dimension zurecht zu rücken. Bei der Frage nach der Sinnhaftigkeit all unseres Tuns konnten wir uns des Gefühls erfreuen, einmal auf der Seite des weniger Sinnlosen zu stehen.


Eva Maria Kaiser