Exerzitien im Alltag Mi., 24 Feb. 18:30

Wärmestube Fr., 26 Feb. 10:00

Anbetung Fr., 26 Feb. 16:00

Kreuzweg-Andacht Fr., 26 Feb. 18:30

Exerzitien im Alltag Mi., 3 März 18:30

Wärmestube Fr., 5 März 10:00

Anbetung Fr., 5 März 16:00

Weltgebetstag Fr., 5 März 18:30

Exerzitien im Alltag Mi., 10 März 18:30

Messe mit Krankensalbung Do., 11 März 15:00

Wärmestube Fr., 12 März 10:00

Anbetung Fr., 12 März 16:00

Kreuzweg-Andacht Fr., 12 März 18:30

Exerzitien im Alltag Mi., 17 März 18:30

Geburtstagsandacht Do., 18 März 15:00

Wärmestube Fr., 19 März 10:00

Anbetung Fr., 19 März 16:00

Die Lehre der Brache

Der im April des vergangenen Jahres verstorbene Lois Weinberger war ein wunderbarer Künstler. An seinem Werk hat mich vor allem eines angezogen und immer neu erstaunt, wie er nämlich den Blick auf verachtete Bereiche unserer Umgebung zu lenken wusste und gerade dort Wunder und Schönheit entdecken lehrte. Da waren etwa die Brachen, Schutthalden und Schottergelände, wo etwas wuchs, das keinen Eingang fand in die gepflegten Gärten, das von diesen sorgfältig gehüteten Bereichen erlesener Schönheit ausgeschlossen blieb. Lois Weinberger aber konnte in den Ruderalpflanzen Wunder entdecken, sie als Zeugen einer unerhörten Schönheit wahrnehmen lehren. Ja, sein Werk ist für mich eine Lehre, dass eben dort, wo nichts zu geschehen scheint, dass gerade dort etwas zu entdecken ist, dass gerade dort Entscheidendes geschieht.

In gewisser Hinsicht war unsere Pfarre in den langen Wochen des Lockdowns eine Brache. Sie schien ein stilles schotteriges Gelände, keine Messen, keine Gottesdienste, keine Gruppen, keine Versammlungen, nichts. Es herrschte Stille. Ich war oft in der Kirche. Ich habe gehofft und gebetet, dass sich etwas zeigt. Doch was sollte sich zeigen? Was sollte auf einer verlassenen Schutthalde entstehen?

Es ist etwas entstanden. Es ist etwas geschehen. Es hat sich etwas gezeigt. Ich habe meinen Augen nicht getraut. Vielleicht war es gerade der aufgezwungene Stillstand selber, der den Blick für das Wunder eines Lebens geschärft hat, das sich vor mir und um mich herum wuchernd entfaltet. Selbst wenn keine Messen gefeiert werden, keine Gottesdienste stattfinden, keine Gruppen sich versammeln können: die Pfarre lebt, sie strahlt, sie wuchert in den schönsten Formen. Wärmestube, soziale Dienste, Obdach für Obdachlose, stilles Gebet, Anbetung, Sorge füreinander in Gesprächen, Briefe und Botschaften aller Art, brennende Kerzen und kurze Begegnungen. Vielleicht ist der beste Beitrag, den ein Priester zum Leben einer Pfarre leisten kann, manchmal gar keine Leistung, sondern ein Innehalten, ein Stillestehen, ein gesammeltes Achten auf das, was ohne sein Zutun vor seinen staunenden Augen entsteht.

Vielleicht täte es uns allen gut, nicht ständig Leistungen voneinander einzufordern, sondern einmal innezuhalten, still zu sein. Der Blick auf eine Brache kann lehren, Leben mit staunenden Augen neu zu entdecken. Und dankbar zu sein für das, was dort wächst, gedeiht und blüht, ohne mein Zutun, ohne mein Bemühen. Wunderbar ist, was der Geist Gottes bewirkt. Und ich bin all den Menschen unsagbar dankbar, die sich von diesem Geist bewegen lassen.

Tausend Dank! Gustav Schörghofer SJ

Wie leben wir Pfarrgemeinde?

Ein Verbot öffentlicher Messen im Anschluss an staatliche Maßnahmen zur Eindämmung einer Pandemie hat es meines Wissens in der Geschichte der Kirche noch nie gegeben. Gegenwärtig erlaubt sind nur Feiern von nicht mehr als zehn Personen in abgeschlossenen Räumen. In den Pfarren wird unterschiedlich auf diese Situation reagiert. Ich habe mich dazu entschlossen, unter den gegebenen Verhältnissen gänzlich auf die Feier der Messe zu verzichten. Ich will das im Folgenden kurz begründen.
In Artikel 41 und 42 der Konstitution über die heilige Liturgie des 2. Vatikanischen Konzils ist von der Förderung des liturgischen Lebens in Bistum und Pfarrei die Rede. Bezogen auf die Feier des Bischofs in der Kathedralkirche heißt es, „dass die Kirche auf eine vorzügliche Weise dann sichtbar wird, wenn das ganze heilige Gottesvolk voll und tätig an denselben liturgischen Feiern, besonders an derselben Eucharistiefeier teilnimmt …“ (SC 41) „Da der Bischof nicht immer und überall in eigener Person den Vorsitz über das gesamte Volk seiner Kirche führen kann, so muss er diese notwendig in Einzelgemeinden aufgliedern. Unter ihnen ragen die Pfarreien hervor, die räumlich verfasst sind unter einem Seelsorger, der den Bischof vertritt; … Es ist darauf hinzuarbeiten, dass der Sinn für die Pfarrgemeinschaft vor allem in der gemeinsamen Feier der Sonntagsmesse wachse.“ (SC 42)
Das bedeutet, dass Kirche dann vorzüglich sichtbar wird, wenn (intentional) alle Mitglieder der Pfarrgemeinde voll und tätig an der Feier einer Sonntagsmesse teilnehmen. Die öffentliche Feier der Sonntagsmesse ist also in herausragender Weise jene Gestalt, in der sich die Pfarrgemeinde darstellt und erfährt. Nur sie erlaubt die volle und tätige Teilnahme (intentional) aller Mitglieder der Pfarrgemeinde. Eben diese Form der Teilnahme entspricht auch dem in der erneuerten Liturgie gepflegten Verständnis von Eucharistiefeier. Wenn keine öffentliche Messfeier möglich ist, kann selbstverständlich auch im kleinen Kreis Eucharistie gefeiert werden, von wenigen gewissermaßen stellvertretend für viele. Das wird auch vielfach gemacht. Doch das ist kein Ersatz für eine öffentliche Feier der Sonntagsmesse. Ich habe mich entschlossen, einen radikalen Weg einzuschlagen und auf die Feier der Messe an Sonntagen und auch an Wochentagen zu verzichten, solange keine öffentlichen Feiern möglich sind. Diese Radikalität ist für mich und sicherlich auch für nicht wenige andere schmerzhaft. Ich halte mich aber verpflichtet, diese Haltung einzunehmen und nicht hinter ein bereits erreichtes hohes Verständnis von der Bedeutung der Eucharistiefeier als Darstellung der Gemeinde zurückzugehen.
Wir dürfen nicht vergessen, dass, wenn schon die Sonntagsmesse als die vorzügliche und herausragende Form der Darstellung von Kirche gilt, es doch auch viele andere Formen gibt, in denen sich die Gemeinde, also die Kirche am Ort, zeigen kann. Da sind die caritativen Tätigkeiten, bei uns besonders die Wärmestube, die sozialen Dienste, die Hilfen für Menschen, die als Flüchtlinge zu uns gekommen sind, der Flohmarkt und vieles mehr. Da sind die Tätigkeiten der Kinder und Jugendlichen, besonders die Sternsingeraktion und vieles, was in den ununterbrochenen Kontakten geschieht. Da ist das Engagement zum Schutz und zur Pflege der uns anvertrauten Schöpfung. Da ist die von der Pfarrkanzlei gepflegte Aufmerksamkeit füreinander. Da sind die vielen oft verborgenen Hilfeleistungen. Da ist vor allem auch das Gebet, in Zukunft auch eine stille Anbetung vor dem Allerheiligsten an jedem Freitag. Und da ist auch die sorgfältige Gestaltung und Pflege des Raumes der Konzilsgedächtniskirche, der Tag und Nacht zugänglich bleibt.
Mir ist klar, dass die von mir eingenommene Haltung nicht von allen geteilt wird. Man kann auch anderer Meinung sein, gewiss. Doch ich weiß mich zu jener Radikalität verpflichtet. Es gibt andere Möglichkeiten, mit dem Verbot öffentlicher Messen umzugehen, es gibt Ersatz für gemeinsames Erleben gerade durch die Möglichkeiten virtueller Kommunikation. Wir leben in einer Gesellschaft, wo für vieles Ersatz geboten wird. Doch vielleicht müssen wir wahrnehmen lernen, dass manches nicht ersetzbar ist. Wenn es, aus welchen Gründen auch immer, nicht gegeben oder nicht durchführbar ist, bringt vielleicht ein Verzicht mehr als das Ausweichen in Ersatzhandlungen. Der Sinn für das Gewicht und den tiefen Wert dessen, worauf verzichtet wird, kann feiner werden. Und vielleicht wird uns ein vertiefter Sinn für die geheimnisvolle Mitte unserer Pfarrgemeinde gerade dadurch geschenkt, dass wir vorübergehend auf die „vorzügliche Manifestation der Kirche“ (SC 41) verzichten.
Gustav Schörghofer SJ

Liebe Pfarrgemeinde!

Aufgrund des verlängerten Lockdowns gibt es weiterhin keine Gottesdienste und Veranstaltungen in der Pfarre.
Die Wärmestube findet jeden Freitag von 10:00 bis 16:30 Uhr statt.
Über Veränderungen informieren wir Sie laufend auf der Homepage und in den Schaukästen.
Das nächste Mitteilungsblatt erscheint am 28. Jänner 2021.

Eine ziemliche Enttäuschung

Merkwürdig ist es schon. Wenn wir die Sache einmal nüchtern betrachten, hätten die Ankündigungen weit Größeres erwarten lassen. Mehr Aufsehen in der Öffentlichkeit, mehr Aufwand in der Realisierung, mehr Professionalität in Planung und Ausführung. Statt dessen ist das alles ziemlich unauffällig vor sich gegangen. Nur ein paar Spezialisten haben Wind davon bekommen. Und natürlich auch die zufällig anwesenden Neugierigen. Irgendwie schade. Man hätte das Ganze schon besser aufziehen können. Die Sache hat ja wirklich ein Potential, das Zeug zu etwas ganz Großem. Wenn man sich das vorstellt: Menschwerdung Gottes! Das gehörte eigentlich ganz anders inszeniert. Stattdessen ist von Anfang an etwas schief gelaufen. Diese Geburt, dann langes Schweigen, dann ein ärmlicher öffentlicher Auftritt. Keine Elefanten, keine Aufmärsche, kein Glanz, kein Pomp, nicht einmal schnaubende Pferde, von Marschmusik gar nicht zu reden. Unterm Strich eigentlich, wenn man ehrlich ist, eine ziemliche Enttäuschung.

Enttäuschend ist ja auch dieses Weihnachten. Ja, das ganze Jahr ist eine Enttäuschung: für den Handel, für die Gastronomie, für den Tourismus, für die Kulturschaffenden, für die Kinder und die Jugendlichen, für viele Menschen. Nachdem immer soviel gearbeitet wird, so viel in die Verbesserung des Systems investiert wird, Zeit und Geld und Wissen und Engagement, da hätten wir wirklich etwas Besseres verdient.

Reduktion und Distanz sind die Leitwörter für den Alltag. Reduziert werden muss überall. Kontakte müssen reduziert werden, Einkäufe, Vergnügungen, Ansprüche auf Alltäglichkeiten. Wir gehen auf Distanz. Beides, die Reduktion und die Distanz, werden sehr oft negativ erfahren. Aber sie könnten ja auch etwas Positives haben. Vielleicht geht mir, wenn ich die Fülle des scheinbar Notwendigen und schon längst zur Selbstverständlichkeit Gewordenen reduziere, auf, was für mich wirklich von Bedeutung ist? Vielleicht merke ich, wenn ich mich von all dem freimache, was Tag für Tag auf mich einprasselt und sich an mich herandrängt, was in mir am Leben ist und sich entfalten will? Es könnte ja sein, dass Reduktion und Distanz einen ganz neuen Zugang zum Leben, zur Welt ermöglichen. Dass ich mit gesammelter Aufmerksamkeit und Hingabe das tue, was mir wichtig ist, nicht einfach das, was andere mir als wichtig aufdrängen.

Vielleicht wäre das gar nicht so schlecht. Mir fällt auf jeden Fall auf, dass Gott in seiner Menschwerden genau auf das gesetzt hat: Reduktion und Distanz. Dann sind nämlich konzentrierte Aufmerksamkeit und hingebungsvolle Nähe möglich. Anscheinend ist es gerade auf das angekommen. Das könnte ja auch noch heute gelten, denke ich mir.

Wache Sinne für die stille Zeit! Gustav Schörghofer SJ

Heuer ist alles anders
Lassen wir einmal die Kekse weg. Dann auch die Lebkuchen. Und das Früchtebrot, den Bozner Zelten. Lassen wir den Karpfen weg, Würstel und Glühwein, Punsch und heißen Tee, Früchtetee oder Tee mit Rum. Lassen wir auch die Schokolade weg, die Mehlspeisen aller Art. Die Datteln lassen wir auch weg, und die Mandarinen, die Orangen, die Nüsse. Ja, und auch die Düfte, diesen Geruch von Zimt und Weihrauch, von heißen Kastanien und frisch Gebackenem. Lassen wir auch den Baum weg, zusammen mit Kerzen und Lametta und allem, was an ihm hängt. Keine Sterne aus Stroh oder Blech, keine Engel aus Holz, Papier oder was sonst. Und dann lassen wir auch gleich die Geschenke weg, die Maschen aus bunten Bändern, die Verpackungen, die Schachteln mitsamt dem, was sie als Verheißung enthalten. Das lassen wir alles weg. Auch keine Glückwünsche, weder schriftlich noch mündlich, endlich keine Glückwünsche mehr, keinen Zwang, allen alles Gute zu wünschen, eine Flut von Karten, Botschaften, schriftlich, mündlich, gedruckt, mit der Hand geschrieben, gestempelt, abgeschaut von anderen oder selbst ersonnen. Nichts mehr von dieser Pandemie der Glückwünsche, dieser unaufhaltsamen Verpflichtung, doch allen alles Gute zu wünschen zu Weihnachten. Und kein Einkaufen mehr, keine Hetzjagd mit Listen, die doch nicht zu erledigen sind, immer mit dem unguten Gefühl, dass irgendjemand vergessen wurde, irgendjemand übersehen worden ist, irgendjemand enttäuscht werden könnte. Nein, keine Großtanten, keine Nichten, keine Großeltern und Urgroßeltern, keine Neffen und Patenkinder mit all ihren geheimen und offenen Wünschen, ihren Erwartungen, auch keine Familienangehörigen, die sich Weihnachten nur so vorstellen, wie es immer gewesen ist, wie sie es nun einmal gewohnt sind. Nicht dieser Zwang, freundlich zu sein, zu lächeln und gute Laune zu verbreiten, dieser Zwang zum Glück. Lassen wir das weg. Und dann auch nicht diese Krippen mit ihren Engeln und Schafen, mit Hirten und Herden und all dem, was sich die Phantasie um ein im Stall liegendes Neugeborenes alles zusammenreimt. Lassen wir auch die Weihnachtsmusik weg, dieses immer gleiche Geleier in den Dezembertagen, in Kaufhäusern, auf der Straße, zu Hause. Lassen wir einmal all das weg, was Weihnachten immer ausgemacht hat, was es so gemütlich, so beglückend, so heimelig gemacht hat. Lassen wir all das weg.
Was bleibt?
Stille, Nacht.
In dieser Stille, in dieser Nacht ist etwas geschehen und geschieht noch immer. Etwas, das in all dem Lärm, den wir erzeugen, nicht mehr zu hören, in all dem Licht, das wir anzünden, nicht mehr zu sehen ist.
Vielleicht ist es gut, in diesem so besonderen Jahr vieles wegzulassen. Um besser zu hören, besser zu sehen, um besser wahrzunehmen, was im Stillen und im Dunklen entgegenkommt.
Heuer ist ja alles anders.
Gesegnete Weihnachten! Gustav Schörghofer SJ