Texte pflücken

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Das Wort, das dir hilft, kannst du dir nicht selber sagen

So lautet ein afrikanisches Sprichwort. Diese Erfahrung wird Jede*r von uns schon gemacht haben. Ein gutes Wort, das mir zugesagt wird, eröffnet einen Raum der Zuversicht, der Freude, der Ermutigung, der Begegnung, auch wenn wir einander nicht sehen können und voneinander vielleicht gar nicht wissen. Immer wieder fallen uns solche Worte zu - zu.fällig - ein Vortrag, ein Artikel, ein Telefonat, eine Zeichnung, ein Spruch im Kalender…. und nisten sich im Herzen ein, vertreiben die Enge, die Angst und schenken neuen Boden, auf dem ich mich gestärkt und freudig bewegen kann.

εὐαγγέλιον - so heißt „gutes Wort, gute Botschaft“ auf griechisch - Evangelium.
Wir alle haben im Alten und Neuen Teil der Bibel einen wunderbaren Schatz an guten Botschaften, die uns Gott zusagt:
 „Fürchte dich nicht“, zieht sich wie ein Leuchtfaden durch dieses Buch.
 „Ich bin der ICH BIN DA“, so gibt sich Gott Jahwe dem Volk Israel zu erkennen.

In Jesus Christus erahnen wir, dass sich das Wort Gottes an uns erfüllt:
 wenn Menschen, die sich krank und schwach fühlen, den Ruf hören: „Steh auf, richte dich auf und geh!“
 wenn die Unruhe im Herzen, das Durcheinander der Gedanken sich legen kann, weil da Einer spricht: „Sei ruhig, hab keine Angst!“

In der Zeit der Corona-Pandemie, in der uns schon gelegentlich der Optimismus entschwinden kann, ist es so wichtig, einander mit guten Worten zu beschenken!

In der Kirche sind rund um den Altar an einer Schnur Gedichte, Zeichnungen, Bilder, Bibelverse, ….. angebracht. Sie sind eingeladen, sich einen Text zu „pflücken“ und auch eigene Gedanken dazu zu hängen.

Im Geben und Nehmen vollzieht sich die Botschaft des Propheten Jesaja:
„Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt,
ohne die Erde zu tränken und sie zum Keimen und Sprossen zu bringen…
so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück,
ohne zu bewirken, was ich will, und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe.“
(Jes 55, 10.11)
Maria Marschütz