Mitteilungsblatt Juni 2026

​Wir bauen unsere Kirche fertig!

Der Bau des Wiener Stephansdoms hat über 300 Jahre lang gedauert. An der Notre Dame in Paris wurde 180 Jahre lang gebaut. Und die Basilika Sagrada Familia des katalanischen Architekten Antoni Gaudí in Barcelona, deren Turm Papst Leo im Juni weihen wird, ist nach über 140 Jahren immer noch nicht fertig. Die Konzilsgedächtniskirche in Lainz steht demnach in guter Tradition, wenn sie 58 Jahre nach der feierlichen Weihe immer noch der Vollendung harrt.

Denn was seit der Fertigstellung der Kirche im Jahr 1968 weiterhin fehlt, ist eine Orgel, die dem wegweisenden
Bau von Architekt Josef Lackner gerecht würde. Zunächst fehlte schlicht das Geld. In der finanziellen Not wurde im Jahr 1970 die alte Orgel aus der alten Lainzer Pfarrkirche in die neue transferiert, Architekt Lackner baute ein modernes Gehäuse aus weißem Holz. Die Anordnung des Instruments war so ausladend, dass der Kirchenchor auf der Orgelempore keinen Platz fand, wie alte Fotos zeigen. Das war aber nicht das größte Problem. Im Jahr 1999 setzte ein
Kurzschluss während der Sonntagsmesse die Orgel außer Gefecht, sie erwies sich als nicht mehr reparabel.

Der damalige Pfarrer, P. Leo Wallner, brauchte eine rasche Lösung und wurde im Altersheim Am Rosenhügel
fündig. Von dort konnte er eine kleine Hausorgel kostengünstig erwerben. Sie war als Provisorium gedacht, und nun ist auch sie kaputt, eines der nur fünf Register ist nicht mehr verwendbar.

Bereits unter P. Wolfgang Dolzer und P. Gustav Schörghofer gab es konkrete Pläne für eine neue Orgel. Sie
mussten zuerst wegen der Kirchenrenovierung, dann wegen Corona zurückgestellt
werden. Nun können sie unter Pfarrer P. Stefan Hengst endlich verwirklicht
werden!

In Zusammenarbeit mit dem Referat für Kunst und Denkmalpflege der Erzdiözese Wien wurde ein geniales Projekt ausgetüftelt: Die neue Orgel für die Konzilsgedächtniskirche wird musikalisch und architektonisch bestechend! Und nachhaltig. Die deutsche Orgelbaufirma Vleugels wird eine historische Orgel aus dem Jahr 1847 unserer Kirche
entsprechend erweitern. Der Tiroler Künstler Peter Sandbichler, der die Architektur von Lackner seit frühester Jugend kennt, wird die äußere Verkleidung schaffen: Einen Orgelprospekt aus hauchdünnen Plättchen aus Ultrahartbeton. Ton in Beton – in Harmonie mit dem Lackner-Bau!

Das Orgelprojekt wird sich nur dann gut verwirklichen lassen, wenn sich möglichst viele Menschen daran beteiligen.
Insgesamt müssen wir 350.000 Euro aufbringen. In den nächsten Wochen werden wir das Projekt im Detail präsentieren. Und Möglichkeiten vorstellen, wie Sie an der neuen Orgel konkret Anteil nehmen können!
Für das Orgelteam, Eva Maria Hoppe-Kaiser